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Die Geschichte vom Räuberwast'l...
Es begab sich zu der Zeit, als raue, verwegen dreinblickende Burschen in den Wäldern Augusts des Starken ihr Unwesen trieben. Landsknechte, die nach überstandener Schlacht brandschatzend durchs Land zogen, überfielen den Wast'l in seiner Schänke.

Sofort rammte ihm einer der Recken den Spieß ans Wams. „Deine Schätze her, Wastl!“, schnaubte der bärtige Geselle. „Gib uns deine Taler, oder ...“.

Ein anderer der Kerle machte eine deutliche Bewegung mit der Hand an seiner Kehle entlang. »Ich bin arm wie eine Kirchenmaus.„Wast'l versuchte, sich rauszureden, aber die Räuber zerrten ihn brüllend und johlend mit sich. Sie fanden keine Reichtümer, nur in einem Vorratsraum Putenfleisch und Sauerrahm. Gierig wollten sie darüber herfallen, doch Wast'l stellte sich ihnen tapfer in den Weg. „Wartet!“, rief er. „Ich bereite euch ein Mahl, danach werdet ihr euch die Finger abschlecken“.

Er griff nach dem Spieß, der seinen Wanst pikte, und steckte so viel Fleisch darauf, wie der Schaft ertrug. Aus Mehl, Wasser und einer gar geheimnisvollen Zutat zauberte er einen köstlichen Teig, wickelte ihn um das Fleisch und warf alles übers Kaminfeuer. Schon bald durchzog köstlicher Bratenduft das alte Gemäuer. Wastl kippte allen Rahm über den Braten – und die Räuber schlangen und schmatzten um die Wette. Sie wollten mehr, bis sie keinen weiteren Bissen mehr in sich hineinbrachten. Satt rülpsend zogen sie schließlich von dannen. Nur wenige Puten waren verschont geblieben. Wastl verwandelte sie ebenfalls in ein delikates Mahl und zog los, um alles zu verkaufen. In Windeseile sprach sich diese Begebenheit herum. Alsbald nannte jeder ihn den »Räuberwastl«, der aus einem einfachen Spieß einen leckeren Räuberspieß machte.

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